St. Gallen

Historische Tour

Für die Geschichtsinteressierten

Dauer: ca. 45 min

Niveau: Einfach


1. Universität St. Gallen

Den Ursprung findet die Universität im Jahr 1898 als der Grosse Rat St. Gallens beschloss, eine Verkehrsschule und eine höhere Schule für Handel, Verkehr und Verwaltung zu gründen. Warum man das getan hat? Bis zum ersten Weltkrieg war die Ostschweiz und vor allem die Stadt St. Gallen führend in der Produktion und dem Handel von Stickerei. Daher war es wichtig, dass der Nachwuchs entsprechend gefördert wurde. Gründungsdatum der Hochschule St. Gallen für Wirtschafts-, Rechts- und Sozialwissenschaften (HSG) ist 1989, da in diesem Jahr das Hochschulgesetz eingeführt wurde.  


2. Marktplatz

Den Rosenberg runter, durch die Metzgergasse und das Bermudadreieick kommt ihr direkt zum Marktplatz. Auf dem Weg dahin seht ihr die prachtvollen Villen der reichen Kaufleute die, wie gesagt, zur Stickereizeit ihre Vermögen gemacht haben. Warum haben wir in St. Gallen eigentlich so viele Gassen? Während des 16. und 17. Jahrhunderts waren die Handwerksberufe in St. Gallen in sechs verschiedene Zünfte eingeteilt – unter anderem die Metzger, die mehrheitlich in der Metzgergasse gelebt haben. In der Metzgergasse befinden sich auch schon die ersten Erker der Stadt, welche ein Zeichen von Reichtum und Weitsicht waren – ein Statussymbol. Die Verzierungen der Erker sind meist von exotischer Natur und sollen zeigen, wie weit gereist die Kaufleute in St. Gallen waren. Es wundert daher nicht, dass St. Gallen auch die Erkerstadt genannt wird. Die bronzene Statue, die Richtung Kathedrale steht, zeigt Vadian, den Reformator der Stadt – ein Kaufmann der mit Textilien gehandelt hat. Auf dem Marktplatz sieht man, dort wo sich das Kino Scala befindet, das Haus Hecht. Erbaut wurde das Haus im Jahr 1624 auf Wunsch der Kaufleute. Von da an hatte St. Gallen ein entsprechendes erstklassiges Hotel für Handelsvertreter (1945 residierte der König von Belgien darin!). Neben dem Haus Hecht, wo sich heute der McDonald’s befindet, war früher das alte Theater der Stadt.


3. Theater

Im Stadtpark findet man das heutige Stadttheater und die zu Beginn des 20. Jahrhundert gebaute Tonhalle. Wem es nicht direkt auffällt – das Theater ist ein sechseckiges Gebäude im Brutalismusstil – eröffnet 1968 . Auch das Historische- und Völkermuseum und das Kunstmuseum befinden sich in unmittelbarer Nähe.


4. Stiftsbibliothek und Klosterhof

Bei der Stiftsbibliothek handelt es sich um die ehemalige Bibliothek des Benediktinerstifts St. Gallen. Seinen Ursprung findet das Kloster 612, als der irische Mönch Gallus sich hier niedergelassen hat. Die Bibliothek gehört zu den wichtigsten Bibliotheken der Welt und hat einen bedeutenden Bestand an alten Büchern und Handschriften. Der Stiftsbezirk ist also zu Recht ein UNESCO Weltkulturerbe!


5. Mühleggbahn

Beim Eingang zur Mühleggbahn findet man an der rechten Hauswand ein grosses Wandbild von Gallus der mit einem Bären kämpft. Die romantische Geschichte besagt, dass der irische Mönch entlang des Flusses nach St. Gallen zog und bei der Mühleggschlucht über einen Dornenbusch fiel, was ein göttliches Zeichen war. In der darauffolgenden Nacht hatte er eine Begegnung mit einem Bären und daher ist der Bär das Wappentier der Stadt St. Gallen. 


6. Über den roten Platz zum Textilmuseum

Der rote Platz – auch Stadtlounge genannt – ist ein Aussenbereich bei der Raiffeisen, welcher komplett mit einem roten Teppich überzogen ist. Die Raiffeisen hat 2005 einen Wettbewerb durchgeführt für die Gestaltung der Aussenräume. Gewonnen hat diesen Wettbewerb der Architekt Carlos Martinez und die bekannte Ostschweizer Künstlerin Pipilotti Rist. Nur unweit der Stadtlounge, in der Vadianstrasse, befindet sich das Textilmuseum, welches an die Textilzeit St. Gallens erinnert. Ein nicht sehr grosses Museum, aber sehr interessant, wenn man sich für die Geschichte der Stadt und der Mode interessiert.

Historische Tour St. Gallen

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